Alarmierende Zahlen

Plastik wird weltweit immer mehr produziert. Gewonnen in erster Linie aus Erdöl, werden heute 5 % des geförderten Erdöls für die Plastikproduktion verwendet. Da Plastik nicht verrottet, gelangt es über Umwege in die Luft, auf den Boden und in die Meere. Experten schätzen, dass bereits 140 Millionen Tonnen Plastik in den Weltmeeren lagern. 500.000 Tonnen Plastikmüll kommen Jahr für Jahr hinzu. Pro Quadratkilometer Meer macht dies rund 13.000 Plastikteile. Die winzigen Partikel gelangen in den Magen von Seevögeln und Meeressäugern und landen so wieder beim Menschen.

Die Folgen für den Endverbraucher können Allergien, Krebs, Fettleibigkeit, Impotenz und Erkrankungen am Herzen sein. Dies gilt umso mehr, als dass die Plastikpartikel im Meer nicht nur aus sich selbst heraus Schadstoffe erhalten, sondern diese auch anreichern. Sie entfalten als Giftmagnet ihre verheerende Wirkung, während der Kreis sich schließt. Rund eine Millionen Seevögel und 100.000 Meeressäuger verenden Jahr für Jahr. Meeresvögel sind von dem Plastikmüll besonders gefährdet, weil sie Plastik bereits von weitem riechen und fälschlicherweise als Nahrung wittern – eine tödliche Falle. Wie gefährdet Seevögel von dem Plastikmüll sind, zeigt eine Untersuchung, die zu Tage förderte, dass sich bereits in 93 % aller untersuchten Seevögeln Plastikbestandteile in ihren Mägen fanden.

Die Deutsche Bundesstiftung Umweltförderung ist eine Organisation, die gezielt innovative Projekte fördert, die zum Umweltschutz beitragen und damit solch schwerwiegende Probleme wie den Plastikmüll zu vermeiden helfen.

Wie gelangt Plastik in den Naturkreislauf?

Plastik kommt in zweierlei Gestalt in der Umwelt vor. So können achtlos weggeworfene Plastikflaschen, Joghurtbecher und Spielzeugautos in die Meere gelangen und von den Tieren verschluckt werden, die daraufhin qualvoll verenden. Eine andere Form von Plastik ist Mikroplastik, womit Plastikpartikel von einer Größe bis 5 Millimeter gemeint sind. Diese gelangen zum Beispiel als Wasch- und Kosmetikmittel in die Meere, da die Partikel ungefiltert durch die Kläranlagen rutschen. Auch Mikroplastik, das nach seiner Verbrennung in den Müllverbrennungsanlagen wieder in den Kreislauf der Natur gelangt, ist typisch. Die Partikel verstreuen sich über den Niederschlag überallhin.

Weitere Faktoren sind Emissionen auf den Baustellen, der Abrieb von Schuhsohlen und vor allem der Abrieb von Autoreifen, der sogar für rund ein Drittel als Plastikpartikel in die Umwelt verantwortlich ist. Dies zeigt, wie tückisch Plastik als Material trotz seiner unzweifelhaften Nützlichkeit ist. Auch die Umwandlung von Plastik in Mikroplastik ist ein problematischer Vorgang. Plastik hat nämlich die Eigenschaft, allmählich zu zerfallen und sich in seine Einzelteile aufzulösen. Besonders problematisch dabei ist, dass der Salzgehalt der Weltmeere den Zersetzungsvorgang aufhält. In den Meeren umherschwimmender Plastikmüll kann sich dort bis zu 400 Jahre halten, bis er sich endlich vollkommen aufgelöst hat. Aber auch an den Stränden machen sich die Plastikpartikel bereits breit, schmälern das Strandvergnügen der Urlauber und gefährden Tierarten wie Seerobben, Seevögel und Schildkröten, die sich vorzugsweise am Strand aufhalten.

Was jeder tun kann

Längst sind Politik und Gesellschaft für dieses Problem sensibilisiert. Eine spürbare Maßnahme war zum Beispiel das Verschwinden der Plastiktüten aus den Lebensmittelläden, die durch robuste Mehrwegtaschen und Papiertüten ersetzt wurden. Natürlich kann gegen den Plastikmüll noch viel mehr unternommen werden. Aber auch der Verbraucher kann gegen den Plastikmüll etwas tun. Ein sparsamer und nachhaltiger Umgang im Verbrauch aller Art und ein bewusster Verzicht auf Plastikbestandteile sind wichtige Maßnahmen, den ökologischen Fußabdruck eines Einzelnen auf unserem Planeten zu verringern.

Da der beliebte Kaffee-to-go aus einem Einwegbehälter aus Plastik besteht, lohnt sich die Investition in eine Thermoskanne, in die morgens der Kaffee gefüllt und mitgenommen werden kann und wo er seine Wärme lange Zeit bewahrt. Eine weitere Maßnahme ist, sein Obst beim Wochenmarkt zu kaufen, wo es frisch und unverpackt zum Kunden gelangt. Wer sich für Kosmetika mit wenig bis gar keine Plastikpartikel entscheidet, reduziert nicht nur die Menge an Plastik, die in die Umwelt gelangt, sondern trägt auch zu einem Umdenken der Kosmetikindustrie bei. Denn Produkte, die sich nicht mehr verkaufen lassen, werden irgendwann auch nicht mehr hergestellt. Auch wer im Einzelhandel gezielt die Verkäufer und Angestellte auf Alternativen zu Plastik anspricht, erhält nicht nur mehr Produkte und Verpackungen ohne Plastik, sondern trägt auch aktiv zu einem gesellschaftlichen Umdenken bei.

Author: Monica Reich-Wahl

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