Förderbereich

Die Konzipierung, Entwicklung und modellhafte Anwendung von umwelt- und gesundheitsfreundlichen Verfahren, Technologien, Produkten sowie Dienstleistungen stellt für kleine und mittlere Unternehmen aller Branchen einen wesentlichen Beitrag zur Absicherung künftiger Nachfrageentwicklungen dar. In diesem Kontext soll stärker als bisher eine Orientierung von dem nachsorgenden, reparierenden Umweltschutz zur vorsorgenden Vermeidung bzw. Begrenzung von Umweltbelastungen erfolgen. Der Umweltschutz soll integraler Bestandteil in den Planungs-, Forschungs- und Entwicklungsprozessen in mittelständischen Unternehmen aller Wirtschaftsbereiche sein.

Der Förderbereich orientiert sich an den aktuellen Bedürfnissen der Wirtschaft und des Handwerks. Er steht branchenunabhängig offen insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen. Schwerpunkte der aktuellen Nachfrage wie auch der mittelfristigen weiteren Entwicklung liegen u.a. in den Bereichen Baustoffe, Chemie, Druck & Papier, Elektro, Fahrzeuge, Farben & Lacke, Gießerei & Metall, Haushaltsgeräte, Kälte & Klima, Keramik, Klebstoffe & Lösemittel, Kunststoffe, Lebensmittel, Maschinen- & Anlagenbau, Oberflächentechnik, Textil & Fasern, neue Werkstoffe.

Die Entwicklung von innovativen, gesundheitsfreundlichen, klimaschonenden, ressourceneffizienten, abfall- und emissionsarmen Verfahren, Technologien und Produkten, die eine Verlagerung von Umweltbelastungen in andere Bereiche vermeiden, steht im Mittelpunkt der Förderung. Die Fördermittel sollen besonders den Mittelstand zum Handeln anstiften sowie technische und wirtschaftliche Umsetzungsrisiken mindern. Entwicklungsaktivitäten können gebündelt werden, indem Unternehmen mit Partnern in Verbundvorhaben kooperieren.

Besonders bei F&E-Projekten mit herausragenden Resultaten ist es möglich, zur Unterstützung einer zügigen und effizienten Realisierung der in den Projekten aufgezeigten Umweltentlastungspotenziale gesondert Maßnahmen zu fördern, die der Vernetzung von Projektergebnissen zwischen Wissenschaft und Praxis dienen.

Förderthemen

1. Umwelt- und gesundheitsfreundliche Produkte

Investitionsgüter und Produkte des täglichen Bedarfs mit besonders umwelt- und gesundheitsfreundlichen Eigenschaften, die bislang nicht üblich sind, sollen über alle Phasen, von ihrer Planung über ihre Entwicklung, ihre Herstellung und ihren Gebrauch bis zu ihrer Verwertung, eine minimale Umwelt- und Klimabelastung verursachen.

Im Rahmen der Neu- und Fortentwicklung innovativer Produkte können vorrangig Projekte gefördert werden, die

  • umweltfreundliche Produkte und Produktalternativen einschließlich der dazu erforderlichen Methoden erarbeiten, entwickeln oder optimieren;
  • neuartige stoffliche Verwertungen von Produkten und industriellen Produktionsabfällen auf besonders hohem Niveau entwickeln.

2. Umwelt- und gesundheitsfreundliche Verfahren

Gefördert werden können Projekte des produktionsintegrierten Umweltschutzes (PIUS), also Projekte, die vor allem

  • umwelt- und gesundheitsfreundliche Technologien zur Rohstoffverarbeitung, zur Herstellung von Halbzeugen und Fertigprodukten zum Ziel haben;
  • klimarelevante oder giftige Emissionen, Abfälle und Schadstoffe z. B. durch Schließung von prozess- oder produktionsinternen Kreisläufen vermeiden oder signifikant vermindern;
  • konventionelle Roh-, Hilfs- oder Betriebsstoffe durch umweltverträglichere Stoffe ersetzen;
  • rationelle Ressourcennutzung und Effizienzsteigerung bei Umwandlung, Transport und Nutzung von Stoffen ermöglichen;
  • Gesundheitsrisiken im Produktionsprozess, in der Produktnutzung oder der Wiederverwertung senken.

Weiterhin können dort, wo PIUS alleine zur Verminderung schädlicher Emissionen aus Produktion und Konsumption nicht ausreicht, Innovationsprojekte im Bereich additiver Umwelttechnologien gefördert werden, vorrangig Projekte, die

  • in besonderer Weise Geräuschemissionen minimieren;
  • neuartige hochwirksame Abluftreinigungssysteme entwickeln und modellhaft anwenden;
  • hoch belastete Abwässer durch innovative Verfahrenskombinationen behandeln.